
„Ich bin viele.“ Carmen Cimander lässt ihre Zeit in der Weiterbildung Sozialwirt*in 2.0 Revue passieren
Frau Cimander, Vorstandsvorsitzende Krisenhilfe – Verein für Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. und Absolventin des Hochschulzertifikats Sozialwirt*in 2.0, schreibt in ihrem Lerntagebuch davon, wie sie viele Informationen, Impulse und neue Sichtweisen mitgenommen hat, die sie sowohl persönlich als auch beruflich weitergebracht haben. Sie teilt mit uns einen Einblick in ihre Zeit in der Weiterbildung und wie sie sich selbst entwickelt hat.
„Mit einer Mischung aus Vorfreude, Neugier und Unsicherheit bin ich in die Weiterbildung zur Sozialwirt*in 2.0 gestartet. Einerseits freute ich mich auf neue Impulse, fachlichen Austausch und die Möglichkeit, mich persönlich weiterzuentwickeln. Andererseits stellte ich mir viele Fragen: Passe ich in diese Gruppe? Welche Erfahrungen bringen die anderen Teilnehmenden mit? Welche Herausforderungen werden uns in den kommenden Monaten begegnen?
Bereits in den ersten Gesprächen wurde deutlich, wie vielfältig die Gruppe zusammengesetzt war. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Bereichen der Sozialwirtschaft. Einige waren Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, andere hatten Leitungsfunktionen oder arbeiteten in verschiedenen Fachbereichen ihrer Träger. Trotz der unterschiedlichen Hintergründe wurde schnell deutlich, dass uns viele ähnliche Herausforderungen verbinden. Themen wie Personalführung, Verantwortung, Fachkräftemangel, wirtschaftlicher Druck sowie die Balance zwischen Menschlichkeit und Organisation beschäftigen nahezu alle sozialen Einrichtungen. Diese Erkenntnis war für mich sehr entlastend. Ich hatte das Gefühl, verstanden zu werden und mit meinen Erfahrungen nicht allein zu sein. Viele Herausforderungen aus meinem beruflichen Alltag fanden sich auch in den Berichten der anderen Teilnehmenden wieder.
Besonders nachhaltig beschäftigt mich eine zentrale Fragestellung des Kick-offs: „Wer bin ich?“ Zunächst erschien mir diese Frage sehr einfach. Doch je intensiver wir uns damit beschäftigten, desto deutlicher wurde mir, wie vielschichtig meine berufliche Rolle tatsächlich ist. Ein Satz ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: „Ich bin viele“.
Als Geschäftsführerin der Krisenhilfe übernehme ich täglich zahlreiche unterschiedliche Rollen. Ich bin Führungskraft, Coach und Beraterin für Pflegefamilien und Mitarbeitende. Ich bin Vermittlerin in Konfliktsituationen, Netzwerkerin, Organisatorin und Strategin. Gleichzeitig bin ich Ansprechpartnerin für Jugendämter und Kostenträger, entwickle Konzepte, plane Projekte und befasse mich mit Verwaltungsaufgaben und Finanzen. Manchmal bin ich Krisenmanagerin, manchmal Motivatorin und manchmal einfach Zuhörerin. Vor dem Seminar hatte ich häufig das Gefühl, dass alles sehr viel und oft sehr herausfordernd ist. Als wir die einzelnen Rollen sichtbar machten und benannten, entstand bei mir ein überraschendes Gefühl der Entlastung. Plötzlich wurde nachvollziehbar, warum manche Tage so komplex sind. Nicht weil ich etwas falsch mache, sondern weil ich tatsächlich viele unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig wahrnehme. Die Erkenntnis „Ich bin viele“ hat mir geholfen, meine eigene Rolle besser zu verstehen und wertzuschätzen.
Rückblickend war die Weiterbildung zur Sozialwirtin 2.0 für mich eine sehr wertvolle und bereichernde Zeit. Die vielen unterschiedlichen Module haben mir einen großen Einblick in zahlreiche Themenbereiche gegeben und mir gezeigt, wie vielfältig die Aufgaben in sozialen Organisationen und in der Führung eines Trägers sind. Ich habe sehr viele Informationen, Impulse und neue Sichtweisen mitgenommen, die mich sowohl persönlich als auch beruflich weitergebracht haben.
Besonders wertvoll war für mich, dass sich viele Inhalte unmittelbar auf meinen beruflichen Alltag übertragen lassen. Bereits während der Weiterbildung konnte ich verschiedene Erkenntnisse in unserem Verein aufgreifen und erste Veränderungen anstoßen. Themen wie Qualitätsmanagement, Führung, Zielarbeit, Fundraising, Teamarbeit, Kommunikation oder rechtliche Fragestellungen begleiten unsere tägliche Arbeit inzwischen bewusster und strukturierter. Für mich war diese Ausbildung wie ein reichhaltiges Buffet mit vielen verschiedenen Angeboten. Jedes Modul hat neue Möglichkeiten eröffnet, neue Werkzeuge vorgestellt und neue Denkweisen angeregt.
Manche Inhalte konnte ich sofort für meine praktische Arbeit nutzen, andere benötigen noch Zeit, um sie weiter zu vertiefen und besser zu verstehen. Nicht alles lässt sich unmittelbar umsetzen, manches möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgreifen, nachlesen oder intensiver bearbeiten. Gerade diese Vielfalt empfinde ich als große Stärke der Weiterbildung. Sie bietet die Möglichkeit, sich das herauszunehmen, was zur eigenen beruflichen Situation passt, Neues auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Manche Methoden oder Ansätze werden vielleicht erst in einigen Monaten oder Jahren ihre Bedeutung für mich entfalten.
Insgesamt hat mich die Weiterbildung fachlich, persönlich und auch in meiner Rolle als Führungskraft weiterentwickelt. Sie hat meinen Blick erweitert, neue Perspektiven eröffnet und mir Mut gemacht, Veränderungen aktiv zu gestalten. Für die zukünftigen Aufgaben innerhalb unseres Trägers, für neue Projekte und für die weitere Entwicklung unserer Organisation nehme ich viele wertvolle Impulse mit.
Ich bin sehr dankbar, diese Möglichkeit erhalten zu haben, und Blicke auf die Ausbildung zur Sozialwirtin 2.0 mit großer Wertschätzung zurück. Sie war für mich nicht nur eine Weiterbildung, sondern eine wichtige Investition in meine persönliche und berufliche Zukunft.“
- Carmen Cimander, Vorstandsvorsitzende Krisenhilfe – Verein für Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. und Absolventin des Hochschulzertifikats Sozialwirt*in 2.0
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