Partizipativer Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe

Wer entscheidet, was guter Gewaltschutz ist? Wer wird mitgedacht? Und wer wirkt tatsächlich mit? Ein Schutzkonzept auf dem Papier macht noch keinen gelebten Gewaltschutz und schafft keine Partizipation. Echter Gewaltschutz bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern ihnen zuzuhören und echte Mitwirkung zu ermöglichen. Dafür braucht es Strukturen und Selbstreflexion.

  • 27S2.02.004
  • max. 16 Teilnehmende
  • Online
  • Anmeldeschluss: 15. Februar 2027
    • 18. Februar 2027 - 19. Februar 2027
  • 280,00€ für Mitglieder des Paritätischen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland,
    355,00€ für Mitglieder des Paritätischen anderer Bundesländer,
    sonst 425,00€

Viele Einrichtungen der Eingliederungshilfe stehen aktuell vor der Herausforderung, die gesetzlichen Anforderungen an Gewaltschutzkonzepte mit einer wirksamen Praxis zu verbinden. Doch ein Konzept auf dem Papier allein schafft noch keinen wirksamen Schutz. Partizipativer Gewaltschutz bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern ihnen zuzuhören und echte Mitwirkung zu ermöglichen. Dafür braucht es Strukturen, die Beteiligung ermöglichen und es braucht den Mut, bestehende Abläufe und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen und die eigene Rolle und Haltung zu hinterfragen.

Aufbau:

Das Seminar setzt sich aus zwei halben Tagen zusammen. Am ersten Tag steht die Vermittlung theoretischer Grundlagen zu den Themen Personenkreis, Gewaltschutz und Partizipation im Vordergrund. Zusätzlich wird die Relevanz der Selbstreflexion deutlich gemacht.
Am zweiten Tag geht es um den Praxistransfer, bezogen auf Erfahrungen der Teilnehmenden im Gewaltschutz sowie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.

Die Schulung nimmt dabei drei Ebenen in den Blick: die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Gewaltschutz, die Reflexion der eigenen Haltung und professionellen Rolle sowie konkrete Möglichkeiten, Partizipation im Gewaltschutz praktisch umzusetzen.

Inhalte:

Tag 1

  • Grundlagen zum Personenkreis
    (Vulnerabilität, Lebenslage)

  • Grundlagen des Gewaltschutzes
    (Gewaltverständnis und -begriff, Prävalenzen)

  • Grundlagen der Partizipation
    (theoretische Modelle)

  • Bedeutung der Selbstreflexion
    (z.B. bezogen auf den Umgang mit Macht, das eigene Menschenbild)

Tag 2

  • Transfer zur Praxis: gemeinsames Identifizieren von Erfahrungen im Gewaltschutz  

  • konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für den partizipativen Gewaltschutz

  • Schlussfolgerungen: Partizipation und Gewaltschutz – Strukturen und Selbstreflexion

Lernziele:

  • die Teilnehmenden verfügen über theoretische Grundlagen zu den Themen Personenkreis, Gewaltschutz und Partizipation

  • die Teilnehmenden kennen die Bedeutung der Partizipation im Gewaltschutz sowie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

  • die Teilnehmenden setzten sich mit ihrer eigenen Rolle und Haltung im Gewaltschutz auseinander und sind sich der Bedeutung der Selbstreflexion bewusst

  • die Teilnehmenden stellen den Theorie-Praxis-Transfer her

Methodik:

  • Impulsvorträge

  • Austausch in der Kleingruppe

  • Austausch im Plenum

  • Eigenarbeit/eigene Auseinandersetzung

  • Reflexionsaufgaben

Zielgruppe:

Die Veranstaltung richtet sich an jegliche Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen der Eingliederungshilfe (Bereich Arbeit, Wohnen, Freizeit, Begleitung etc.), z.B. Fachkräfte, Führungskräfte, Auszubildende, Verwaltungskräfte etc.

Voraussetzungen:

  • Bereitschaft zur Selbstreflexion

  • Mut, bekannte Muster kritisch zu hinterfragen und sich auf neue Perspektiven einzulassen

Hinweis:

Wir bieten unsere Seminare auch als Inhouse exklusiv für Ihre Einrichtung an. Sprechen Sie uns gern an und fordern Sie ein unverbindliches Angebot an, unter: https://akademiesued.org/inhouse

Dozent*in

Milena Buhl

Milena Buhl

Milena Buhl arbeitet in einem Projekt zur Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in Beiräten der Allianz für Beteiligung e.V. Zuvor forschte sie gemeinsam mit Kolleginnen an der Dualen Hochschule in Stuttgart zum Kinderschutz von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Baden-Württemberg. Sie arbeitete zudem im Projekt mit Julia Huber und Prof. Dr. Anja Teubert an der nachhaltigen Verankerung von Schutzkonzepten gegen (sexualisierte) Gewalt in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. In diesem Zuge beschäftigte sie sich vor allem mit dem Thema, wie die Partizipation von Menschen mit Behinderungen am Gewaltschutz gestaltet werden kann und führte eine partizipationsorientierte Forschung durch. Außerdem ist sie in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche tätig, wodurch sich theoretische und praktische Erfahrungen verbinden.

Termine

18.02.2027 09:00 - 12:30
19.02.2027 09:00 - 12:30

Veranstaltungsort

Online

Diese Veranstaltung findet online statt. Weitere Hinweise bezüglich Zugang erhalten Sie nach Anmeldung im Vorfeld des Veranstaltungsbeginns.

Partizipativer Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe
Partizipativer Gewaltschutz in der…
Seminar
Anmeldeschluss: 15. Februar 2027
Online
18. Februar 2027  - 19. Februar 2027
ab 280,00€

Sie haben noch Fragen?

Melden Sie sich doch einfach bei uns.

Judith Nieder

Judith Nieder

nieder@akademiesued.org Telefon: 01577 7692794

Abonnieren Sie unseren Newsletter!