Wer entscheidet, was guter Gewaltschutz ist? Wer wird mitgedacht? Und wer wirkt tatsächlich mit? Ein Schutzkonzept auf dem Papier macht noch keinen gelebten Gewaltschutz und schafft keine Partizipation. Echter Gewaltschutz bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern ihnen zuzuhören und echte Mitwirkung zu ermöglichen. Dafür braucht es Strukturen und Selbstreflexion.
Viele Einrichtungen der Eingliederungshilfe stehen aktuell vor der Herausforderung, die gesetzlichen Anforderungen an Gewaltschutzkonzepte mit einer wirksamen Praxis zu verbinden. Doch ein Konzept auf dem Papier allein schafft noch keinen wirksamen Schutz. Partizipativer Gewaltschutz bedeutet, Menschen mit Behinderungen nicht nur mitzudenken, sondern ihnen zuzuhören und echte Mitwirkung zu ermöglichen. Dafür braucht es Strukturen, die Beteiligung ermöglichen und es braucht den Mut, bestehende Abläufe und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen und die eigene Rolle und Haltung zu hinterfragen.
Aufbau:
Das Seminar setzt sich aus zwei halben Tagen zusammen. Am ersten Tag steht die Vermittlung theoretischer Grundlagen zu den Themen Personenkreis, Gewaltschutz und Partizipation im Vordergrund. Zusätzlich wird die Relevanz der Selbstreflexion deutlich gemacht.
Am zweiten Tag geht es um den Praxistransfer, bezogen auf Erfahrungen der Teilnehmenden im Gewaltschutz sowie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten.
Die Schulung nimmt dabei drei Ebenen in den Blick: die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für Gewaltschutz, die Reflexion der eigenen Haltung und professionellen Rolle sowie konkrete Möglichkeiten, Partizipation im Gewaltschutz praktisch umzusetzen.
Inhalte:
Tag 1
Grundlagen zum Personenkreis
(Vulnerabilität, Lebenslage)Grundlagen des Gewaltschutzes
(Gewaltverständnis und -begriff, Prävalenzen)Grundlagen der Partizipation
(theoretische Modelle)Bedeutung der Selbstreflexion
(z.B. bezogen auf den Umgang mit Macht, das eigene Menschenbild)
Tag 2
Transfer zur Praxis: gemeinsames Identifizieren von Erfahrungen im Gewaltschutz
konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für den partizipativen Gewaltschutz
Schlussfolgerungen: Partizipation und Gewaltschutz – Strukturen und Selbstreflexion
Lernziele:
die Teilnehmenden verfügen über theoretische Grundlagen zu den Themen Personenkreis, Gewaltschutz und Partizipation
die Teilnehmenden kennen die Bedeutung der Partizipation im Gewaltschutz sowie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten
die Teilnehmenden setzten sich mit ihrer eigenen Rolle und Haltung im Gewaltschutz auseinander und sind sich der Bedeutung der Selbstreflexion bewusst
die Teilnehmenden stellen den Theorie-Praxis-Transfer her
Methodik:
Impulsvorträge
Austausch in der Kleingruppe
Austausch im Plenum
Eigenarbeit/eigene Auseinandersetzung
Reflexionsaufgaben
Zielgruppe:
Die Veranstaltung richtet sich an jegliche Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen der Eingliederungshilfe (Bereich Arbeit, Wohnen, Freizeit, Begleitung etc.), z.B. Fachkräfte, Führungskräfte, Auszubildende, Verwaltungskräfte etc.
Voraussetzungen:
Bereitschaft zur Selbstreflexion
Mut, bekannte Muster kritisch zu hinterfragen und sich auf neue Perspektiven einzulassen
Hinweis:
Wir bieten unsere Seminare auch als Inhouse exklusiv für Ihre Einrichtung an. Sprechen Sie uns gern an und fordern Sie ein unverbindliches Angebot an, unter: https://akademiesued.org/inhouse
Dozent*in

Milena Buhl
Milena Buhl arbeitet in einem Projekt zur Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in Beiräten der Allianz für Beteiligung e.V. Zuvor forschte sie gemeinsam mit Kolleginnen an der Dualen Hochschule in Stuttgart zum Kinderschutz von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Baden-Württemberg. Sie arbeitete zudem im Projekt mit Julia Huber und Prof. Dr. Anja Teubert an der nachhaltigen Verankerung von Schutzkonzepten gegen (sexualisierte) Gewalt in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. In diesem Zuge beschäftigte sie sich vor allem mit dem Thema, wie die Partizipation von Menschen mit Behinderungen am Gewaltschutz gestaltet werden kann und führte eine partizipationsorientierte Forschung durch. Außerdem ist sie in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche tätig, wodurch sich theoretische und praktische Erfahrungen verbinden.
Termine
| 18.02.2027 | 09:00 - 12:30 |
| 19.02.2027 | 09:00 - 12:30 |
Veranstaltungsort
Diese Veranstaltung findet online statt. Weitere Hinweise bezüglich Zugang erhalten Sie nach Anmeldung im Vorfeld des Veranstaltungsbeginns.
Partizipativer Gewaltschutz in der Eingliederungshilfe
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