Geschäftsführer- und Vorstands-Dienstverträge in der Sozialwirtschaft

Wer Geschäftsführer*in oder Vorstand einer gemeinnützigen Organisation wird, verliert oft ohne sich darüber bewusst zu sein, den gesamten arbeitsrechtlichen Schutz. Dieses Tages-Seminar zeigt, welche Rechte und Risiken der Dienstvertrag birgt – und wie interessengerechte Regelungen gezielt verhandelt werden.

  • 26S1.06.049
  • max. 16 Teilnehmende
  • Anmeldeschluss: 22. Juli 2026
    • 29. Juli 2026
  • 335,00€ für Mitglieder des Paritätischen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland,
    390,00€ für Mitglieder des Paritätischen anderer Bundesländer,
    sonst 445,00€

Viele zukünftige Geschäftsführer*innen und Vorstände kommen aus einem Arbeitsverhältnis bei derselben Organisation – und bemerken erst nach der Bestellung, dass Kündigungsschutzgesetz, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Sozialversicherungsschutz schlicht nicht mehr gelten. Dieser Wechsel vom Arbeitnehmer- in den Dienstnehmerstatus ist die gravierendste rechtliche Veränderung im Berufsleben – und wird in der Praxis systematisch unterschätzt. Das Seminar richtet sich an Menschen, die diese Position antreten oder gerade übernommen haben, und stattet sie mit dem Wissen aus, ihren Dienstvertrag zu verstehen, kritische Klauseln zu erkennen und ihre Interessen in der Verhandlung zu vertreten. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Rahmenbedingungen gemeinnütziger und caritativer Träger.

  • Rechtlichen Status als Organmitglied kennen und einordnen

  • Dienstvertragsklauseln lesen, bewerten und verhandeln

  • Haftungsrisiken erkennen und durch Vertragsgestaltung minimieren

  • Gemeinnützigkeitsrechtliche Vergütungsgrenzen kennen und einhalten

  • Typische Fallstricke bei Abberufung und Vertragsende vermeiden

  • Abfindungs- und Freistellungsklauseln

  • Vergütung, Dienstwagen und Altersversorgung vertraglich absichern

  • D&O-Versicherung und Business Judgment Rule als Schutzinstrumente nutzen

Aufbau:

Das eintägige Seminar mit der rechtlichen Grundlagenarbeit (Risiken, Status, Abgrenzung, Weisungsfreiheit), vertieft den Dienstvertrag im Detail (Vergütung, Laufzeit, Haftung, Beendigung), behandelt die Besonderheiten gemeinnütziger und caritativer Träger und schließt mit einer praxisorientierten Verhandlungssimulation. Alle Module sind als Präsenzveranstaltung konzipiert und verbinden Fachinput mit Gruppenarbeit an realen Fallbeispielen.

Modulinhalte:

  • Vom Arbeitnehmer zum Organmitglied: Statuswechsel und seine Folgen (kein KSchG, keine Lohnfortzahlung, kein Urlaubsrecht, kein SGB III)

  • Rechtlicher Status: GmbH-Geschäftsführer*in, Vereinsvorstand, gGmbH – Abgrenzung und § 5 Abs. 1 S. 3 ArbGG

  • Der Dienstvertrag im Detail: Vergütung, Tantieme, Dienstwagen, D&O-Versicherung, Laufzeit und Verlängerungsklauseln

  • Beendigung: Abberufung vs. Kündigung, Abfindungsklauseln, Freistellung, Wettbewerbsverbote

  • Haftung nach §§ 43, 52 GmbHG, Business Judgment Rule und Bedeutung der Entlastung

  • Besonderheiten gemeinnütziger Träger:

  • Fallstricke und Verhandlungsstrategie: typische Klauselfallen, Checkliste, Praxisfälle aus der Rechtsprechung

Besonderheiten:

Vorstandstellung und Geschäftsführung bedeuten für die betreffende Person die Übernahme von existenziellen Risiken verbunden mit der Aufgabe rechtlichen Schutzes. Mit fairen Regelungen im Dienstvertrag lassen sich diese Risiken einhegen und gebotener rechtlicher Schutz wieder herstellen. Im Bereich der Wohlfahrtspflege bestehen hierbei besondere Herausforderungen. Aber auch diese lassen sich mit kluger Vertragsgestaltung meistern.

Lernziele:

Nach dem Seminar kennen die Teilnehmer*innen ihren rechtlichen Status als Organmitglied und können ihn klar von einem Arbeitsverhältnis abgrenzen. Sie sind in der Lage, einen Dienstvertrag kritisch zu lesen, wesentliche Klauseln zu bewerten und in Vertragsverhandlungen fundiert aufzutreten. Sie verstehen die besonderen Anforderungen gemeinnütziger Träger und können ihre eigenen Interessen – von der Vergütungsstruktur bis zur Absicherung bei Vertragsende – aktiv vertreten.

Methodik:

Das Seminar verbindet kompakten Fachinput mit aktivierenden Methoden, die auf den unmittelbaren Praxistransfer ausgerichtet sind. Im Vordergrund steht die Wissensvermittlung und die Handlungsfähigkeit in realen Verhandlungs- und Vertragssituationen.

Die Rechtslage und deren Gestaltung werden dargestellt. In Diskussionen und anhand von Fallbeispielen – etwa zu Abberufungsstreitigkeiten, Haftungsfragen oder Vergütungsklauseln wird das Wissen praktisch erprobt. Abschließend wird eine Vertragsverhandlung simuliert, bei der die Teilnehmer*innen wechselseitig die Rolle der Dienstgeberseite bzw. der Organseite einnehmen.

Als Handout erhalten alle Teilnehmer*innen einen annotierten Muster-Dienstvertrag sowie eine Verhandlungs-Checkliste. Die Unterlagen sind so gestaltet, dass sie unmittelbar in realen Vertragsverhandlungen eingesetzt werden können.

Zielgruppe:

Das Seminar richtet sich an Personen, die eine Leitungsposition als Geschäftsführer*in oder Vorstand in einer gemeinnützigen Organisation, einem Verein, einer gGmbH oder einem caritativen Träger antreten oder bereits übernommen haben.

Besonders angesprochen sind Menschen, die zuvor als Arbeitnehmer*innen in derselben Organisation tätig waren und nun erstmals mit einem Dienstvertrag konfrontiert sind. Das Seminar ist bewusst nicht für Jurist*innen konzipiert, sondern für Führungskräfte aus Pflege, Sozialarbeit, Pädagogik oder Verwaltung, die praxistaugliches Wissen zur Vertragsgestaltung benötigen.

Das Seminar spricht insbesondere Personen an, die:

  • eine Geschäftsführungs- oder Vorstandsposition in einer gemeinnützigen Organisation neu übernommen haben oder kurz davor stehen,

  • zuvor als Arbeitnehmer*innen tätig waren und den Statuswechsel noch nicht vollständig rechtlich eingeordnet haben,

  • ihren Dienstvertrag verstehen, kritisch prüfen und in Verhandlungen selbstbewusst auftreten möchten,

  • die besonderen Rahmenbedingungen gemeinnütziger Träger kennen müssen.

Voraussetzungen:

Es sind keine juristischen Vorkenntnisse erforderlich. Das Seminar setzt lediglich voraus, dass die Teilnehmer*innen eine Leitungsposition in einer gemeinnützigen oder caritativen Organisation innehaben, bekleiden werden oder ernsthaft in Betracht ziehen. Grundlegende Erfahrung im Nonprofit-Sektor ist von Vorteil, aber keine zwingende Bedingung.

Hinweis:

Wir bieten unsere Seminare auch als Inhouse exklusiv für Ihre Einrichtung an. Sprechen Sie uns gern an und fordern Sie ein unverbindliches Angebot an, unter: https://akademiesued.org/inhouse

Dozent*in

Sami Negm-Awad

Sami Negm-Awad

Sami Negm-Awad ist Rechtsanwalt und langjähriger Dozent. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Arbeitsrecht, allgemeines Strafrecht und Wirtschaftsstrafrecht.

Termine

29.07.2026 10:00 - 17:00

Veranstaltungsort

Heidelberg - Forum am Park
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Geschäftsführer- und Vorstands-Dienstverträge in der Sozialwirtschaft
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Seminar
Anmeldeschluss: 22. Juli 2026
Heidelberg - Forum am Park
29. Juli 2026
ab 335,00€

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Angelika Drexler

Angelika Drexler

Bildungsmanagement

drexler@akademiesued.org Telefon: 0711 286976-23

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