Der Personaleinsatz in der Eingliederungshilfe folgt häufig herkömmlichen Mustern, die wenig zeitgemäß, da weder ausreichend bedarfs- noch mitarbeitergerecht, sind: Monatsdienstpläne auf Basis von Monatssollarbeitszeiten, lang genutzte, nicht mehr dem Bedarf entsprechende Dienstzeiten sowie der improvisierte Umgang mit Personalausfällen.
In diesem Seminar wird ein Überblick über die wichtigsten arbeitszeitrechtlichen Grundlagen der Dienstplanung gegeben. Anschließend werden Lösungsideen zur Optimierung von Dienstzeiten, Dienstplanung und für die Bewältigung kurzfristiger Personalausfälle gezeigt – von realistischen Soll-Besetzungen über längerlaufende (Rahmen-)Dienstpläne bis hin zu funktionierenden „Flexi-Spielregeln“.
Das Seminar trägt der Tatsache Rechnung, dass das Know-how zur Dienstplanung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe oft nur unzureichend vorhanden ist, da dieses Thema zwar große Bedeutung hat, aber nicht standardmäßig geschult wird. Insbesondere neue, fachlich versierte, Führungskräfte werden diesbezüglich „ins kalte Wasser geworfen“. Steigende wirtschaftliche Herausforderungen bei zunehmender Personalknappheit erhöhen aber den Druck, die Organisation des Personaleinsatzes zu professionalisieren.
Inhalte:
Modul 1 – Arbeitszeitrechtliche Rahmenbedingungen der Dienstplangestaltung in der Eingliederungshilfe, Sollbesetzung, Dienstzeiten
Die wichtigsten Regelungen des Arbeitszeitgesetzes und tarifliche Abweichungsmöglichkeiten
Besprechung von Einzelthemen: Pausenzeiten an Einzelarbeitsplätzen, Ruhezeit-Einhaltung durch rechtskonforme Dienstfolgen, Direktionsrecht des Arbeitgebers (gern auch weitere aus dem Teilnehmerkreis)
Ende der Fixierung auf Monats-Sollarbeitszeit-Verbrauch
Übersetzung der Sollbesetzung in Personalbedarf und passgenaue Dienstzeiten
Einführung von Dienst-/Dienstende-/Übergabestandards
Modul 2 – Zeitgemäße Dienstplanung und Ausfallzeitenmanagement statt „Holen aus dem Frei“
Abwesenheitsplanung
Rahmendienstplanung
Langlaufende Dienstpläne
Selbstgesteuerte Dienstplanung im Team
Systematisches Ausfallzeitenmanagement
Grundlagen
Leistungs- und Serviceflexibilität
Einsatzflexibilität
Arbeitszeitflexibilität
Kombinationsformen
Besonderheiten:
Die Seminarinhalte werden nicht zuletzt anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus der langjährigen Beratungsarbeit der Referentin dargestellt – insbesondere solchen der Eingliederungshilfe, damit die Teilnehmer*innen sich wiederfinden.
Lernziele:
Kenntnis der wichtigen arbeitszeitrechtlichen Regelungen der Dienstplanung inkl. der Hauptaspekte des Direktionsrechts bei der Arbeitszeitgestaltung
Sensibilität für Fallstricke der Dienstplanung sowie Instrumente zur Vermeidung derselben
Konstruktion langlaufender Dienstpläne
Lösungsideen für die Systematisierung des Umgangs mit kurzfristigen Ausfallzeiten
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an alle Beschäftigten der Einrichtungen der Eingliederungshilfe, die operativ mit der Dienstplanung zu tun haben sowie an jene, die das Thema „Personaleinsatz“ strategisch bearbeiten.
Dozent*in

Christine Woodruff
Christine Woodruff hat einen Master of Arts in Management und Business Development. Seit 2013 ist sie Mitarbeiterin und seit 2015 Partnerin der Arbeitszeitberatung Herrmann Herrmann Kutscher Woodruff GbR, Berlin. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind u.a.: Dienstplananalysen, Erstellung durchlaufender Grunddienstpläne, Dienststrukturmodifikationen und Personalbedarfsberechnungen.
Termine
| 01.02.2027 | 13:00 - 16:00 |
| 15.02.2027 | 13:00 - 16:00 |
Veranstaltungsort
Diese Veranstaltung findet online statt. Weitere Hinweise bezüglich Zugang erhalten Sie nach Anmeldung im Vorfeld des Veranstaltungsbeginns.
Bedarfs- und mitarbeitergerechte Dienstplanung in der Eingliederungshilfe
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